Eine vierfache Mutter verrät, wie sie ihren Familienalltag und die Organisation eines Online-Kongresses unter einen Hut bringt

Alice hat mich eingeladen, mich auf der Balanced Moms Conference als Expertin zum Thema Zeitmanagement für Mamas zu interviewen. Das Ergebnis könnt ihr euch ansehen, wenn ihr euch kostenlos für ihren Online-Kongress anmeldet, der am 15. März startet. Sieben Tage lang erhaltet ihr dort jede Menge Inspiration, wie ihr als Mama ein Leben in Balance führen könnt.

Dabei habe ich mitbekommen, dass Alice mitten in der Planungsphase für ihr großes Projekt mal eben noch ihr viertes (!) Kind auf die Welt gebracht hat. Ein paar Wochen vor der Geburt hat sie mich gefragt, ein paar Wochen nach der Geburt hat sie mich interviewt. Wie bestimmt viele Mamas, die das hier lesen, war ich verwundert: „WIE BITTE?! WIE MACHT SIE DAS NUR?!“.

2015 lag die statistische Geburtenrate in Deutschland bei 1,5 Kindern je Frau. Dies ist der Höchststand seit 1982.

Die geringe Kinderdichte in Deutschland hat zur Folge, dass immer mehr Menschen unsicher, teilweise überfordert sind, sobald sie selbst Eltern werden.

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Ich freue mich, dass sie uns auf kraftvollMama.de in einem Interview ihr Geheimnis verrät.

Alice ist Grund- und Werkrealschullehrerin mit Montessori-Diplom und momentan in Elternzeit. Ihre Kinder sind jetzt 19, 5 und 3 Jahre sowie 4 Monate alt.

Kaum ein Mädchen wurde groß, ohne dass es die Möglichkeit hatte, beiläufig die Rolle als Mutter zu erlernen und einzuüben.

Liebe Alice, Frauen, die zum ersten Mal Mama werden, sind oft überrascht, wie sehr sie damit ausgelastet oder vielleicht sogar überlastet sind, sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche um dieses kleine neugeborene Wesen zu kümmern. Mir ging es definitiv so! Du hingegen hast im September dein 4. Kind zur Welt gebracht und hast rund um dessen Geburt den Online-Kongress Balanced Moms auf die Beine gestellt. Wie hast du das bloß geschafft? Woher nimmst du die Zeit und Energie, so viel zu leisten?

Es mangelte nicht an Gelegenheiten zu beobachten, wie Erwachsene mit Säuglingen umgehen. Ganz selbstverständlich passten die Mädchen (aber sicher auch die Jungen) auf ein Nachbarbaby, den kleinen Cousin oder das eigene jüngere Geschwisterkind auf.

Das ist eine sehr gute Frage! Ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn man sich beim ersten Kind schon überfordert fühlt, denn es ging mir damals genauso. 

Ich muss aber gestehen, dass das vergangene Jahr, eines der härtesten meines Lebens war. Als ich im April 2018 mit der Planung des Kongresses anfing, stand noch gar nichts. Ich wusste noch nicht genau, in welche Richtung es gehen sollte. 

Zum Antritt unserer Mutterschaft wissen viele von uns kaum etwas von all den Problemen, die es beim Großziehen der Kinder natürlich schon immer gegeben hat.

Damals war ich im vierten Monat schwanger. Meinen Dreijährigen mussten wir drei Monate lang komplett zu Hause betreuen. Dazu kam, dass wir in der Phase innerhalb des Hauses umgezogen sind und den Garten umgebaut haben. Überall waren Kistenberge. Ich hatte auch noch kein Büro und bin für die Interviews durchs ganze Haus gezogen. 

Das Schlimmste war für mich aber, dass mein Umfeld nicht verstand, warum ich diesen Online Kongress noch zusätzlich machen wollte. Sie dachten, das wäre ein sinnloses Hobby und empfahlen mir, mich doch lieber auszuruhen.

Ich empfand eine tiefe Traurigkeit, weil ich die ganze Motivation aus mir selbst holen musste. Ich habe oft gedacht: „Ich pack das jetzt nicht mehr, ich kann nicht mehr weiter.“ Aber ich habe in mir so einen Drang gespürt und wusste, dass das einfach das Richtige für mich ist.

Ich richte mich immer schon nach meinem inneren Kompass. Wenn mein Umfeld das nicht versteht, dann muss ich das trotzdem machen, denn sonst bin ich unglücklich und werde es am Ende meines Lebens bereuen. 

Es gibt mir Kraft, dass ich meinem Herzensthema nachgehe. Es ist einfach mein Ding, mich weiterzuentwickeln, über meine Grenzen zu gehen und in meine Ängste reinzugehen. Daran bin ich sehr gewachsen.

Zum Thema, wie ich die Zeit aufgebracht habe: Mein Mann ist zum Glück seit einigen Monaten zu Hause in Elternzeit. Gerade bei der Hitze letzten Sommer musste ich viel liegen und mein Mann konnte sich dann um die Kinder kümmern.

Außerdem habe ich mittlerweile herausgefunden, wie ich mit einem Neugeborenen umgehe, damit es sich gut einleben kann und schnell durchschläft. Mich hat Pädagogik schon immer sehr interessiert, daher hatte ich auch schon vor dem ersten Kind viel gelesen.

In den ersten sechs Wochen ist mir wichtig, dass da keine Außenreize kommen, so gut wie kein Besuch, nicht einmal viel spazieren gehen. Ich habe feste Rituale, zum Beispiel immer am selben Ort stillen. Ich verfolge einen ganz klaren Tagesablauf, wobei sich alles darum dreht, dass sich das Baby gut eingewöhnen kann. Dadurch geht das dann auch schnell.

Und trotzdem hast du dich nebenher noch um den Kongress gekümmert? Oder hast du eine Pause rund um die Geburt eingelegt?

Nein, ich habe eigentlich keine Pause eingelegt. Ich habe schon im Krankenhaus wieder den ersten Post für Facebook gemacht. 

Ich delegiere aber auch viel. Ich arbeite mit jemandem, der sich um die Technik kümmert und die Zusammenfassungen der Interviews habe ich teilweise an meine Mutter abgegeben. Nur so konnte ich mich um das Wesentliche kümmern – Experten finden und Interviews führen. 

Ich stille von Anfang an alle drei Stunden. Ich habe schon im Krankenhaus gemerkt, dass die Kleine nur Luft im Bauch hatte, wenn sie schrie. Anfangs habe ich eine Stunde für das Stillen und Wickeln gebraucht und hatte dann anschließend zwei Stunden für den Haushalt, die Kinder und den Kongress, danach konnte ich mich richten.

So richtig planbar war die Zeit am Anfang natürlich trotzdem nicht, mein Baby hatte häufig zu viel Luft im Bauch. Dann habe ich halt einfach hier 30 Minuten und da 10 Minuten am Kongress gearbeitet. Man muss sich dann einfach innerlich darauf einstellen, dass das eben nicht anders möglich ist. Wenn man nämlich auch noch dagegen ankämpft, verliert man erst recht Energie.

Ach ja, woher ich die Energie nehme, wolltest du wissen: Es ist meine Geheimwaffe, zu meditieren und im Augenblick zu sein. Morgens mache ich immer eine geführte Meditation und ich nutze auch die Stillzeiten, um runterzufahren.

Es gibt ja diese Aussage: Wenn du es eilig hast, dann gehe langsam. Und das integriere ich immer mehr in meinen Tagesablauf. Man ist produktiver, wenn man aus der eigenen Ruhe heraus agiert. Es ist zwar eine Herausforderung, weil es einfach unglaublich viele Dinge zu tun gibt, aber du kannst nicht alles erledigen. 

Wenn ich zum Beispiel stille und denke, „in 5 Minuten wartet jemand auf das nächste Interview und ich habe die Fragen noch nicht fertig gelesen“, dann fahre ich bewusst runter und sage mir „es ist in Ordnung, ich gebe mein Bestes, ich bin jetzt still“. Ich bin immer bewusst beim Kind, nehme nie das Handy oder ein Buch mit zum Stillen.

Beim Duschen brause ich mich morgens zum Abschluss immer kalt ab. Ich bin ein Sonnenmensch und hasse Kälte, aber seitdem ich das mache und morgens immer meinen grünen Smoothie trinke, bin ich nicht mehr krank. 

Vor der Geburt habe ich morgens immer Sport gemacht, bevor die Kinder aufwachen. Damit werde ich jetzt langsam wieder anfangen. Das ist auch nochmal so ein richtiger Boost für den Tag. 

Damit habe ich angefangen, als meine zwei Mittleren klein waren – sie sind nur eineinhalb Jahre auseinander. Mein Mann war unter der Woche immer unterwegs und ich alleine mit den Kindern. 

Ich hatte extremen Schlafmangel, habe mich aber doch immer wieder dafür entschieden, morgens weniger zu schlafen und dafür Sport zu machen. Das hat mir Energie gegeben. Mehr Energie, als wenn ich morgens die halbe Stunde länger geschlafen hätte. 

Während ich Sport mache, höre ich mir etwas Motivierendes an, zum Beispiel Podcasts, sodass ich morgens schon die geballte Ladung an Energie in mir habe. 

Manchmal wachen die Kinder auch schon auf. Und es ist toll, dass sie sehen: Mama meditiert morgens und macht Sport. Sie fangen jetzt manchmal sogar selbst damit an.

Welchen Sport machst du?

Ich benutze Hanteln und es ist schon Hardcore-Sport, also so High-Intensity-Intervall-Training, bei dem man richtig ins Schwitzen kommt. Ich bin dabei so richtig an meine Grenzen gegangen und habe teilweise sogar geheult. Das klingt jetzt vielleicht krass, aber ich war dadurch richtig fit und habe mich einfach so wohl gefühlt in meinem Körper.

Aber jetzt, rund um die Schwangerschaft, gehe ich das langsam an. Ich habe für mich entschieden, die Kleine sollte erst einmal durchschlafen lernen. Jetzt steige ich langsam wieder ein. 

Zudem ernähre ich mich relativ gesund und nehme Nahrungsergänzungsmittel. Damit habe ich jetzt in der Schwangerschaft angefangen. Erst war es nur Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12, weil ich nur sehr wenig tierische Produkte esse. 

Als ich in der Schwangerschaft einen Kreislaufkollaps mit Krämpfen durch Elektrolytmangel hatte, fing ich an, ein Komplettprogramm einzunehmen, mit sämtlichen Mineralstoffen, Vitaminen und auch Omega-3. Seitdem habe ich keine Kreislaufprobleme mehr und es gibt mir gefühlt auch nochmal mehr Energie.

Wenn man ein großes Projekt plant, sich aber von morgens bis abends immer nur Pommes und Pizza reinschiebt, dann ist wahrscheinlich nicht so viel Energie da.

Wie sieht denn jetzt im Moment so ein typischer Tag von morgens bis abends für dich aus?

Mittlerweile schläft das Baby zwischen 19 und 20 Uhr ein und wacht um sechs Uhr auf. Dann kann ich sie stillen und sie schläft dann nochmal bis neun Uhr – sie schläft wirklich sehr viel.

Ich stehe nach dem Stillen auf, gehe runter und trinke ein großes Glas warmes Wasser, am besten mit Zitrone. Dann setze ich mich hin und meditiere. Dann dusche ich. Ich verbringe sehr viel Zeit im Bad – das ist meine Zeit für mich.

Ich weiß, dass viele Mamas von Neugeborenen immer sagen, sie haben keine Zeit mehr, irgendwas zu tun und das war bei mir beim ersten Kind genauso. Aber mittlerweile kennen die Kinder das von mir. Die ganz Kleinen habe ich oft mit ins Bad genommen, aber jetzt lege ich das Baby oft ins Wohnzimmer, wenn sie wach ist und gehe ins Bad, damit einfach klar ist: Mama brauch auch Zeit für sich. Sie schreit dann auch nicht.

Dann helfe ich den Kindern mit dem Anziehen und mache mir einen grünen Smoothie mit Kurkuma und Pfeffer – was ja entzündungshemmend wirkt. Den trinke ich dann im Auto. 

Entweder ich oder mein Mann bringen die Kinder in den Kindergarten. Das ist natürlich ein Luxus, dass mein Mann zu Hause ist und wir das so machen können. Dadurch muss ich auch das Baby nie aus dem Schlaf reißen und sie kann ihren Rhythmus beibehalten. Diesen Luxus haben viele natürlich nicht.

Wenn ich dann weiß, ich habe noch kurz Zeit, dann gehe ich noch zehn Minuten alleine an der frischen Luft spazieren, bevor ich ins Haus gehe. Das tut mir gut.

Zu Hause stille ich um 9 Uhr. Dann frühstücke ich in der Regel warm, einen Porridge oder Hirsebrei mit Früchten, Zimt und Kardamom. Ich trinke auch sehr viel Stilltee.

Dann kommt der Haushalt. Am Anfang war es für mich schwer herauszufinden, wie man den Haushalt richtig führt. Mittlerweile weiß ich das, aber es klappt natürlich nicht immer.

Für mich ist das A und O, dass ich morgens als erstes die Spülmaschine leere – die mache ich immer abends an, weil sonst stapelt sich alles in der Spüle und ich komme dann nicht mehr hinterher. Dann mache ich die Wäsche, die schmeiße ich auch abends immer an und time sie, damit sie morgens läuft und ich sie danach in den Trockner befördern kann.

Wir hatten auch immer mal riesige Wäscheberge hier rumliegen. Für mich war klar, wenn ich dieses große Projekt wirklich stemmen will, dann kann ich den Haushalt einfach nicht an die erste Stelle stellen. 

Ich mache morgens etwa eine halbe Stunde Haushalt und kümmere mich dann um den Kongress.

Je nachdem, wer morgens die Kinder in den Kindergarten gebracht hat, holt der andere sie um 14 oder 16 Uhr wieder ab. Wenn sie um 14 Uhr kommen, dann machen sie nochmal einen zweistündigen Mittagsschlaf. Die Fünfjährige will jetzt langsam nicht mehr, sie hält dann aber eine Ruhephase ein.

Währenddessen habe ich nochmal Zeit, etwas für den Kongress oder den Haushalt zu machen – das entscheide ich spontan. 

Ab ca. 17 Uhr bereite ich das Abendessen vor, sodass wir möglichst bis 18 Uhr gegessen haben. Danach lesen wir dann meistens noch, machen mit ihnen vor dem Einschlafen Autogenes Training oder singen. Zwischen 19 und 20 Uhr schlafen sie dann ein.

Aktuell ist es so, dass mein Mann die beiden Größeren ins Bett bringt und ich das Baby, weil sie die gleichen Einschlafzeiten haben. Wenn er mal nicht da ist, ist es komplizierter, dann muss einer warten.

Wenn die Kinder schlafen, kommt der Haushalt wieder dran. Dann muss ich aufpassen, weil ich um die Zeit sehr müde werde. Wenn ich mir erst einen Kakao mache, mich hinsetze oder auf mein Handy schaue, vergeht zu viel Zeit.

Deswegen weiß ich genau, wenn ich runtergehe, darf ich mich nicht hinsetzen, sondern muss erst einmal die Küche aufräumen und die Wäsche machen und dann als Belohnung darf ich mich hinsetzen und diesen Kakao trinken. Aber das fällt mir noch schwer und oft läuft es anders.

Nach dem Haushalt kommt der Kongress wieder dran. Es war oft so, dass ich erst zwischen 12 und 1 Uhr ins Bett gegangen bin – auch noch in der Phase, in der das Baby nachts wach wurde. Das war natürlich viel zu wenig Schlaf für mich. Mein Ziel ist es, meine Zeit für mich auf den Morgen zu legen und stattdessen um 22 Uhr ins Bett zu gehen.

Abends im Bett mache ich im Moment meine Physio-Übungen, die auch viel mit Atmung zu tun haben. Ich habe festgestellt, dass diese mich so entspannen, dass ich danach auch sofort einschlafe. 

Hast du ein Helfer-Netzwerk? Wer kümmert sich außer dir noch um die Kinder? 

Nimm Unterstützung an

Das ist im Moment mein Mann, der ja in Elternzeit zu Hause ist. Meine Mutter ist immer der Helfer in der Not. Sie kommt im Moment einmal in der Woche und nimmt die Kinder. Die anderen Großeltern nehmen sie selten.

Natürlich kann man sich auch mit anderen Mamas zusammentun. Mit einer Mama aus dem Kindergarten wechseln wir uns manchmal mit dem Fahren ab, aber das läuft eigentlich eher schleppend. 

Das war’s. Sonst habe ich keine weitere Unterstützung.

Du hast vier Kinder und einen Ehemann. Jeder und jede von euch hat Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Wie organisierst du das, damit keines der Familienmitglieder zu kurz kommt?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder nicht von morgens bis abends bespaßt werden müssen. Es geht darum, ihnen Aufmerksamkeit zu geben – wirkliche Aufmerksamkeit – die aber nicht den ganzen Tag andauern muss. D.h. dass man sich mal zehn Minuten intensiv mit ihnen beschäftigt und dann beschäftigen sie sich wieder eine Stunde alleine. 

Die große Herausforderung war beim vierten Kind, dass die beiden anderen sich vernachlässigt gefühlt haben, weil ich auf einmal so viel Zeit mit dem Baby verbrachte. Ich habe mich dann mit den fünf Sprachen der Liebe auseinandergesetzt. Ich weiß, dass meine Kinder die Liebessprache Körperkontakt haben, das heißt wenn ich sie eine Weile in den Arm nehme, dann fühlen sie sich geliebt und spielen danach manchmal stundenlang alleine Lego.

Wir haben keinen Fernseher zu Hause, schauen nur ganz selten mal die Augsburger Puppenkiste und hin und wieder hören wir Hörbücher. Sonst gibt es keinerlei Ablenkung von außen und so spielen sie die meiste Zeit alleine. 

Ich bin nicht so die „Spiele-Mama“, aber ich gehe nach dem Montessori-Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Ich finde es schön, sie mitzunehmen in meine Arbeit, dann können sie mir beim Kochen helfen, beim Wäsche falten oder beim Aufräumen. Das finden die Kinder wirklich erfüllend, weil sie auch am liebsten das machen wollen, was Erwachsene machen.

Ich bin der Meinung, dass Kinder nicht so viel Spielzeug brauchen und auch nicht permanent Papa und Mama um sich. So können sie Selbstwirksamkeit erleben. Es darf auch mal Langeweile entstehen, wodurch sie wieder auf neue Ideen kommen. Das ist mir wichtig.

Beim Baby gehe ich nach Emmi Pikler. In den Pflegezeiten habe ich diesen intensiven Kontakt mit dem Baby. Ich bin beim Stillen immer mit der Aufmerksamkeit komplett bei ihr. Auch beim Wickeln integriere ich sie: „Gib mir deinen linken Fuß, gib mit deinen rechten Fuß, usw.“ Mir ist es wichtig, dass ich Kinder nicht als Objekte betrachte, auch nicht beim Wickeln. 

Danach gebe ich ihr keine Aufmerksamkeit mehr – bis zur nächsten Stillzeit. Sie ist dann auch gesättigt und fühlt sich sicher gebunden. Das merke ich daran, dass sie durchschläft und zufrieden ist. Tragen finde ich total schön, aber das war bei meinen Kindern nie notwendig, weil sie nach diesen Pflegephasen immer so zufrieden waren, dass ich sie einfach abgelegt habe.

Ich hänge auch für das Baby kein Mobile auf. Babys machen ja Übungen zur Auge-Hand-Koordination, bewegen also ihre Hände und betrachten sie. Und wenn ich dann mit Reizen von außen komme, dann lenke ich sie ja von sich selbst ab. In unserer Gesellschaft ist es normal, sich von morgens bis abends berieseln zu lassen. Dem entgegen versuche ich meine Kinder so zu erziehen, dass sie bei sich sind und sich nicht so sehr vom Außen ablenken lassen.

Was meinen Mann betrifft, war diese Zeit für unsere Ehe natürlich schon eine enorme Herausforderung. Ich habe jetzt eingeführt, dass wir uns alle zwei Wochen abends mit Freunden treffen. Meine Mutter kommt dann und ich weiß jetzt, dass das Baby zuverlässig schläft, daher können wir gegen 20:30 Uhr ausgehen.

Gibt es, neben deinem Morgenritual noch etwas, was du für dich selbst tust?

Ich habe zwar nicht viel Zeit für mich selbst, aber ich baue immer wieder Phasen ein, in denen ich runterkommen kann, zum Beispiel wenn ich das Baby stille. 

Ich entspanne mich auch, wenn ich im Auto sitze, um die Kinder abzuholen. Oder ich trinke einen Tee zwischendurch, setze mich hin und schließe die Augen. Wir können nur in Kontakt mit uns selber kommen, wenn wir nicht die ganze Zeit im Außen sind.

Ich höre mir auch gerne motivierende Talks an, zum Beispiel beim Aufräumen. Das gibt mir Kraft, weiter zu machen. Es ist ein riesiger Vorteil, dass wir durch das Internet jetzt Zugang dazu haben. Und das liegt ja auch dem Kongress zugrunde. Das sind alles auch solche Gespräche, die ich mir beim Aufräumen anhören würde.

Möchtest du uns zum Abschluss noch kurz etwas über die Balanced Moms Conference erzählen: Woher kam die Idee dazu? Wann findet der Kongress statt und was erwartet Mamas dort?

Mit 18 stand ich vor meiner Klasse und sagte, dass ich schwanger sei. Eine Schülerin zeigte mir, dass mein Leben jetzt gelaufen sei, indem sie mich keines Blickes mehr würdigte. Ich dachte: „Nein, das akzeptiere ich nicht.“ Seitdem habe ich sehr an mir gearbeitet, meine Ängste immer wieder überwunden und mich aus jeder Krise herausgeholt. Ich habe mir viel Inspiration über Bücher und später YouTube-Videos geholt.

Kurz nachdem ich mit meinem vierten Kind schwanger wurde, sagte mir wieder jemand „Boah, du bist fast 40. Jetzt noch ein Kind? Dein Leben ist gelaufen.“ Ich dachte wieder: „Nein, es fängt doch erst an, ich habe noch so viele Möglichkeiten.“

Kurz darauf, vor einem Jahr, begegnete mir das Konzept Onlinekongress und ich dachte mir, was das für eine wunderbare Möglichkeit ist, Mamas zu helfen, genau diesen Prozess auch zu durchleben. Bequem von zu Hause aus, beim Aufräumen.

Für mich bedeutet der Kongress: persönliche Weiterentwicklung und meine Angst überwinden, denn Interviews zu führen und dazu Menschen anzuschreiben und einzuladen fiel mir zu Beginn sehr schwer.

Der Kongress findet vom 15. bis 21. März 2019 statt und die Mamas erwartet alles, was sie brauchen, um mehr Leichtigkeit und Entspannung in ihren Alltag zu bringen, damit sie ihre Speicher gefüllt halten können. Der Kongress bietet die große Chance, durch neue Impulse und Ideen den stressigen Mamaalltag und das eigene Leben zu verändern. Es geht u.a. um die Themen, wie mein Baby von Anfang an das Durchschlafen lernen kann, wie ich mehr Energie erhalte und abnehme, ohne meine Ernährung umzustellen, wie ich meine Partnerschaft und Sexualität wieder aufleben lasse, bis hin zum Anmeldeverfahren für eine Mutter-Kind-Kur u.v.m.

Ich freue mich riesig über jede Mama, die teilnimmt.

Bist du neugierig und möchtest dich für den kostenlosen Kongress von Alice anmelden? Dann einfach hier klicken und dabei sein.

Wie sind deine Gedanken zu dem Thema? Hast auch du die Erfahrung gemacht, dass erfahrenere Mütter häufig entspannter sind? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Was dir – genau wie den Schimpansinnen – helfen kann, ist ein soziales Netzwerk, das dich unterstützt und dich in harten Zeiten auffängt. Nimm daher jede Gelegenheit wahr, Familienbande, Freundschaften und deinen Bekanntenkreis zu pflegen. So fällt es dir leichter, um Hilfe zu bitten und Unterstützung zu erhalten. Du musst es nicht alleine schaffen.

Lena Franck

Ich bin Lena Franck, 36 Jahre alt, Mama-Coach und selbst Mama zweier wunderbarer Mädchen, aktuell drei und fünf Jahre alt. Bist auch du eine Mama, die ihre Familie über alles liebt, und dennoch den Alltag oft als belastend, stressig, fremdbestimmt empfindet? Ich möchte dich mit meiner Arbeit stärken. Ich zeige dir Wege auf, wie du dein Leben wieder aktiv in die Hand nehmen kannst. Das macht dich zufriedener, ausgeglichener und damit letztlich zu einer geduldigeren Mutter und attraktiveren Partnerin. Mehr über mich

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