Kindliche Wutanfälle können unglaublich anstrengend sein. Und  zwar für Eltern UND Kinder. Die Kinder werden von ihren Emotionen so überwältigt, dass sie sich entsetzlich fühlen. Und das tragen sie dann nach außen.

Häufig erscheint es den Eltern so, als kämen diese Gefühlsausbrüche urplötzlich aus dem Nichts.

Wie kann sich das Kind nur dermaßen über die „falsche“ Becherfarbe aufregen? Warum haut es aus heiterem Himmel zornig nach dem Geschwisterkind? Und wieso muss es rund um die Hausaufgaben bloß immer so eskalieren?

Der Anlass ist nicht die Ursache

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Ja, der Grund für den emotionalen Ausbruch unseres Kindes wirkt oft an den Haaren herbeigezogen. Das liegt daran, dass es sich hier lediglich um einen Anlass handelt und nicht um die dahinterliegende wahre Ursache!

Das kleine Kind, das doch so unbedingt den blauen Becher haben wollte, hat heute vielleicht schon so einiges an Fremdbestimmung über sich ergehen lassen: „Hier, zieh diese Strümpfe an, die passen gut dazu“, „Jetzt komm her, wir müssen noch deine Haare kämmen“, „Lass doch deinem kleinen Babybruder mal das Auto, wenn er es doch so gerne mag“,„Nein, spielen kannst du doch auch noch nach dem Kindergarten!“ und „Setz dich zum Essen zu uns an den Tisch.“

Dieses Kind hat schon viel kooperiert. Es hat sein Autonomiebedürfnis immer wieder hintenangestellt. Das alles hat es getan, weil es sich mit dir verbunden fühlt, weil es von dir geliebt und angenommen werden möchte. Es ist auf deine Unterstützung angewiesen und tut sehr viel, um sich diese zu sichern.

Als nun aber noch der gelbe Becher vor ihm steht statt seinem blauen Lieblingsbecher, ist es aus und vorbei. Das ist dann der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Damm bricht und der ganze Frust entlädt sich.

Und wenn die verständnisvollen Eltern doch noch irgendwie den blauen Becher organisiert hätten? Dann hätte das Kind sich den nächsten Anlass suchen müssen. Und die Eltern hätten sich gefragt, warum das Kind eigentlich nie zufrieden sein kann! Wo sie doch wirklich alles geben, um es glücklich zu machen ….

Es ging gar nicht um den blauen Becher ...

Liebe Eltern, es ging gar nicht um den blauen Becher. Es ging um die Zeit davor, als für euch noch alles so harmonisch wirkte. Da dürft ihr hinsehen und umgestalten oder die Gefühle der Kinder aushalten und die Wutanfälle begleiten, bis sie abebben.

Diese emotionalen Ausbrüche sind nichts Schlimmes. Sie sind sowas wie ein Ventil, wirken psychisch entlastend und gleichzeitig als Signal für andere. 

Was dagegen wirklich schlimm wäre, wäre eine elterliche Harmoniesucht, die von den Kindern verlangt, ihre Gefühle zu unterdrücken.

Welche Ursachen gibt es für Wutanfälle bei Kindern?

Natürlich kann es sehr unterschiedliche Ursachen für Wutanfälle bei Kindern geben. Ich möchte hier einen kleinen Überblick geben, was häufig dahintersteckt.

1. Hunger, Müdigkeit, Bewegungsdrang – physische Grundbedürfnisse

Eigentlich liegt es auf der Hand und doch denken wir Eltern oft nicht daran.

Häufig geht es unseren Kindern nicht gut, weil mindestens eines ihrer physischen Grundbedürfnisse nicht befriedigt ist. Wenn dann noch irgendwas hinzukommt – eine Aufforderung oder eine zurechtweisende Bemerkung durch die Eltern, das nervige Verhalten eines Geschwisterkindes oder eine enttäuschte Erwartung, reagieren Kinder entsprechend.

Dann gilt es, die Grundbedürfnisse zu erfüllen und nachsichtig zu sein.

Ja, ein Kind, das sich gerade den Mittagsschlaf abgewöhnt oder das nach zu wenig Schlaf für die Schule geweckt wird, ist nunmal knatschig. Dann dürfen wir Eltern uns schonmal auf die Emotionen einstellen. Immerhin haben wir eine Erklärung, wenn uns dieser Zusammenhang bewusst ist.

Und dass Hunger manchmal schlechte Laune verursachen kann, ist uns nicht nur aus der Werbung, sondern wahrscheinlich auch aus eigener Erfahrung bekannt. Es lohnt sich, bei jedem Ausflug etwas Wasser und eine Banane oder ein paar Nüsse dabei zu haben.

Hast du ein Kind, das sich (noch) nicht gut in der Schule einfügt? Vielleicht hat es einfach einen stärkeren Bewegungsdrang als die anderen Kindern in seinem Alter? Heutzutage bauen die Lehrer glücklicherweise viel Bewegung in den Unterricht von Schulanfängern ein. Aber wenn ein Kind dann immer noch nicht genug hat und auch noch einen Wutanfall hinlegt, dann hört das Verständnis auf. Vielleicht könnte man Ärger vermeiden, wenn man dieses Kind physisch stärker und häufiger fordern würde.

Es hilft, sich unbefriedigte Bedürfnisse bewusst zu machen

Was noch wichtig ist: Unbefriedigte Grundbedürfnisse können zu schlechter Laune führen und zwar umso stärker, je unbewusster der Person das Bedürfnis ist. Wer genau weiß, dass er gerade Hunger hat, aber noch warten muss, bis er zu Hause angekommen ist, kann seine Emotionen viel besser regulieren.

Daher ist es an uns Eltern, den Kindern zu helfen, sich ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden. „Ich denke, du hast Hunger. Dann fühlt sich alles gleich dreimal so schlimm an, ich kenne das auch. Du hast heute Mittag wenig gegessen. Jetzt habe ich leider nichts dabei, aber wenn wir zur Tür reinkommen, kannst du einen Apfel essen und dann koche ich uns was Leckeres.“ 

Wenn wir das wütende Gebaren unseres Kindes als Signal auffassen, dass es nun höchste Zeit ist, sich um unser Kind und dessen Bedürfnisse zu kümmern, dann ist es durchaus etwas Hilfreiches und Positives.

2. Autonomiebedürfnis

Das Kleinkind aus dem Eingangsbeispiel, dass verzweifelt, weil es seinen blauen Becher nicht bekommt, verzweifelt in Wahrheit an seiner Überkooperation.

So oft an diesem Tag hat es die eigenen Wünsche und Bedürfnisse beiseitegeschoben, um den Anweisungen der Eltern zu folgen. Das ist insofern gut, weil es das wichtige Bedürfnis nach Verbindung zu seiner Bezugsperson erfüllt. Wenn die Bezugsperson sich zugewandt verhält, fühlt sich das Kind sicher und geborgen.

Allerdings gibt es neben dieser Verbundenheit noch ein zweites zentrales Bedürfnis, das enorm wichtig für die kindliche Entwicklung ist: Autonomie.

Wenn das Kind sich im Laufe seiner Kindheit und Jugend zu einem selbstständigen Erwachsenen entwickeln soll, braucht es beides. Beide Seiten sollten in Balance bleiben, sonst zeigt sich das in dem unausgeglichenen Verhalten des Kindes.

Denn es muss ja in seiner Kindheit die Möglichkeit haben, eigene Entscheidungen zu treffen und Erfahrungen zu sammeln. Es sollte lernen, sich an den eigenen Bedürfnissen und Grenzen auszurichten. Und es sollte dabei von den Erwachsenen unterstützt werden. 

Denn je älter das Kind wird, umso wichtiger wird der innere Kompass werden, der das Kind befähigt, selbst gute Entscheidungen zu treffen. Das Kind wird sich auch ohne Eltern in der großen weiten Welt ausprobieren wollen und müssen. Es wird erwachsen werden und vielleicht eine Familie gründen.

Das Autonomiebedürfnis variiert je nach Persönlichkeit, Entwicklungsphase oder Situation

Dieses Bedürfnis nach Autonomie ist zum einen von Kind zu Kind verschieden. Manche Kinder fühlen sich eher zur Seite der Kooperation und Verbundenheit hingezogen, für andere steht das Bedürfnis nach Autonomie über allem. Wo die individuelle Wohlfühlbalance zwischen den beiden Polen liegt, ist in der Persönlichkeit des Kindes angelegt.

So nannte Jesper Juul eine bestimmte Gruppe von Kindern, die sich nicht gerne etwas vorschreiben lässt, „autonome Kinder“.

Es gibt aber auch in der Entwicklung eines jeden Kindes Phasen, in denen das Autonomiebestreben besonders ausgeprägt ist. So wird das Alter von zwei bis drei Jahren, dass man früher als Trotzphase bezeichnet hat, auch „Autonomiephase“ genannt.

Auf einmal sagen die Kinder häufig „nein“ und der kindliche Gegenwille ist besonders stark ausgeprägt. Es ist dem Kind besonders wichtig, dass seine Grenzen gewahrt und seine Bedürfnisse gesehen werden.

Aber auch die so genannte Wackelzahnpubertät mit ca. 5 bis 6 Jahren und die Pubertät sind Phasen, in denen die Kinder ihr Autonomiebedürfnis besoners stark spüren. Wutanfälle sind dann ein probates Mittel, sich die nötigen Freiräume einzufordern.

Unabhängig von diesen Phasen gibt es Situationen im Alltag, in denen das Autonomiebedürfnis stärker zutage tritt als sonst. Mir fallen da vor allem Übergänge ein: aufwachen und aufstehen, aus dem Haus gehen, sich vom Spielplatz oder Spielkamerad verabschieden, zum Essen kommen, ins Bett gehen.

Diese Situationen haben gemeinsam, dass sich eine Situation verändert oder von den Bezugspersonen gefordert verändern soll. 

Häufig prasseln Anforderungen auf das Kind ein. Das Kind soll aufstehen. Es soll sich jetzt anziehen, die Haare kämmen, essen und die Zähne putzen. Nicht trödeln, träumen oder spielen. Es soll jetzt endlich kommen. Oder eben endlich einschlafen

Zeitdruck spielt meist eine Rolle. Die Eltern sind ungeduldig, schnell genervt und wenig zugewandt. Macht das Kind dieses Spiel mit, kommt es schnell an seine Grenzen. Das Kooperationskontingent ist irgendwann aufgebraucht. Mit großer Wucht schlägt plötzlich das Autonomiebedürfnis zu. Womöglich in Form von Wut und Verweigerung, wenn das Kind sich jetzt „nur noch“ die Jacke anziehen oder in den Autositz einsteigen soll …

Ob persönlichkeits-, entwicklungs- oder situationsbedingt – letztlich können wir dankbar sein, dass die Kinder ihr Autonomiebedürfnis durch ihre emotionalen Ausbrüche zeigen. Es ist ein Signal an uns Eltern, dass wir die kindlichen Grenzen überschritten haben. Vielleicht können wir es als Zeichen sehen, dass es an der Zeit ist, die Zügel wieder etwas lockerer zu lassen und dem Kind etwas mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung einzuräumen.

3. Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung

Das Gefühl, geliebt zu werden, ist ein wichtiges psychisches Grundbedürfnis

Hat ein Kind das Gefühl, dass es von seinen primären Bezugspersonen nicht geliebt und angenommen wird, so wie es ist, ist das sehr schmerzhaft. Evolutionär gesehen, hängt das Überleben des Kindes davon ab, dass es den Eltern wertvoll und wichtig ist. Es fühlt sich also lebensbedrohlich für ein Kind an, nicht beachtet, beschämt und abgewertet zu werden.

Wohlgemerkt: Es kommt hier auf die subjektive Sichtweise des Kindes an. Der Grad der Liebe, den die Eltern für das Kind fühlen oder eine womöglich objektive Sicht der Dinge, sind irrelevant.

Fühlt sich das Kind also ungeliebt, hat es den Drang, unbedingt in Aktion treten zu müssen. Üblicherweise geben Kinder alles, um den Vorstellungen ihrer Eltern zu entsprechen. Sie kooperieren den ganzen Tag mit den elterlichen Erwartungen, so gut sie eben können.

Hat ein Kind aber das Gefühl, dass es trotz seiner Bemühungen, den Ansprüchen der Eltern nicht genügen kann, verfällt es häufig in das andere Extrem. 

Es wird unglaublich wütend und möchte, dass die Eltern denselben Schmerz spüren wie sie. Das steckt dahinter, wenn dein Kind dich mit „blöde Mama“ anbrüllt, droht, einen dir wichtigen Gegenstand kaputt zu machen oder nach dir haut. 

Es ist ein Hilferuf, der bedeutet: „Du kümmerst dich nicht genug um mich! Ich fühle mich verletzt und vernachlässigt. Tu doch bitte irgendetwas, damit dieser Schmerz aufhört!“

Eine Situation, in der das fast immer vorkommt, ist die Ankunft eines Geschwisterchens in der Familie. Die Eltern haben dann auf einmal viel weniger Aufmerksamkeit als gewohnt für das ältere Kind und machen einen großen Wirbel um das „neue“ Baby. Es wandert ja auch tatsächlich ein großer Teil der Ressourcen in diese Richtung.

Dem älteren Kind wird dann suggeriert, es wäre ja zum Glück schon groß und vernünftig. Es werden neue Anforderungen gestellt und Rücksichtnahme erwartet. 

Aus Sicht des älteren Kindes wirkt das häufig so, als hätten die Eltern es jetzt nicht mehr so lieb wie früher. Es ist eifersüchtig und hat das Gefühl, seine Kooperationsbemühungen, um den elterlichen Ansprüchen zu genügen, reichen nicht. Und so wird es als letztes Mittel wütend. Viele Eltern empfinden das als sehr lästig. Das können sie in dieser herausfordernden Phase nun wirklich nicht auch noch gebrauchen …

Empathie ist Trumpf

Egal ob es sich um eine nachgeburtliche Geschwisterkrise oder um ganz andere Ereignisse handelt, es hilft immer, sich als Eltern empathisch in das Kind hineinzufühlen

Wie war der Tag heute oder die letzten Wochen aus Sicht des Kindes? Warum hat es sich vielleicht vernachlässigt gefühlt? 

Wenn wir das Erleben des Kindes vorsichtig fragend in Worte fassen, führt das meiner Erfahrung nach oft dazu, dass das Kind erleichtert in Tränen ausbricht. Es fühlt sich endlich verstanden, lässt sich trösten und die so stark ersehnte Bindung zum Elternteil ist endlich wieder lebendig.

4. Überreizung

Wutanfälle als Folge von Überreizung können bei allen Kindern vorkommen. Häufiger werden es jedoch Eltern von besonders sensiblen Kindern erleben.

Unser modernes Leben ist heute leider meist so eingerichtet, dass ständig Reize auf uns einprasseln. Diese Reize müssen alle verarbeitet werden und das bedeutet ab einer gewissen Schwelle Stress für unser Nervensystem.

Mit Stress kann unser Körper umgehen. Zumindest solange auf jede stressige Phase auch eine Phase der Entspannung und Regeneration folgt. Das ist in unserer heutigen Gesellschaft jedoch nicht selbstverständlich.

Jetzt liegt von Mensch zu Mensch die Schwelle, wann die Flut an Reizen schon als stressig oder noch als entspannend empfunden wird, anders. Noch dazu kann ein Mensch besonders stark auf einen Sinneskanal reagieren, z.B. auf Gerüche und der nächste auf einen anderen wie akustische oder sensorische Reize. Das kann man sich wie ein Set an Schiebereglern vorstellen, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich eingestellt sind.

Du kannst mal für dich selbst überlegen: Wo liegen deine Grenzen? Ab wann fühlst du dich reizüberflutet? Welche Art von Reizen stören dich? Welche empfindest du als angenehm?

Wenn wir nun unser Kind dabei begleiten wollen, dass es eine passende Dosis an Reizen abbekommt, die es stimuliert, aber nicht überfordert, dann müssen wir es genau beobachten. In oder nach welchen Situationen reagiert das Kind gestresst, z.B. in Form von Gefühlsausbrüchen?

Auf welche Reize reagiert dein Kind besonders sensibel?

Es kann sein, dass es für dein Kind unangenehm ist, mit 25 Kindern viele Stunden am Tag in einem Kindergartenraum oder einer Schulklasse zu verbringen. Allein das könnte bei einem sensiblen Kind schon die Ursache dafür sein, wenn es am Nachmittag regelmäßig zu Hause ausrastet. 

Vielleicht gibt es auch den ständigen Streit mit den Hausaufgaben deswegen, weil dein Kind nach einem halben Tag in der Schule erstmal eine Ruhepause benötigt, um sich zu regenerieren. Wenn jetzt die Mutter darauf besteht, dass die „Arbeit“ unbedingt vor dem „Vergnügen“ erledigt wird, ist es geradezu logisch, dass das Kind nun in die Luft geht.

Manche Kinder reagieren stark auf Medien-, andere auf Zuckerkonsum. Sie sind danach voller Aggressionen und ungenießbar. Und es kann sein, dass dein Kind ein paar Monate später ganz anders auf denselben Reiz reagiert, weil es dann in seiner Entwicklung schon etwas weiter ist.

Was ich außerdem beobachtet habe: Die Sensibilität auf Reize kann auch im Zusammenhang mit anderen Faktoren variieren, die das Kind als Stressoren wahrnimmt.

Es kann sein, dass ein aufgeregtes Geburtstagskind auf den Lärm im Indoorspielplatz viel empfindlicher reagiert als vorletzten Sonntag mit Oma und Opa.

Vielleicht sind die Nähte an den Socken ausschließlich morgens unerträglich, wenn das Kind gerade geweckt wurde und unter Zeitdruck angetrieben wird, sich endlich fertig zu machen.

Vertaner deiner Wahrnehmung und der deines Kindes

Daher empfehle ich Eltern, ganz genau hinzusehen und der eigenen Wahrnehmung sowie den Aussagen des Kindes zu vertrauen. Hast du das Gefühl, das Kinderturnen tut deinem Kind nicht gut? Sagt dein Kind nach einer Stunde auf dem Rummel, dass es jetzt nach Hause möchte? Laufen Verabredungen in der Regel harmonischer, wenn dein Kind die Gelegenheit hatte, vorher mindestens eine Stunde in Ruhe für sich zu spielen?

Dann ist das auch so! Und du tust gut daran, eure Entscheidungen an diesen Beobachtungen auszurichten. Das ist so viel wichtiger als das, was in eurer Nachbarschaft oder eurem Freundeskreis üblich ist oder erwartet wird. Wenn dafür dein Kind entspannter ist und sich die Zahl der Wutanfälle reduziert, dann trau dich unbedingt, euren eigenen Weg zu gehen!

5. Ängste und Unsicherheiten 

Es kann aber auch sein, dass hinter den Wutanfällen bei Kindern Ängste und Unsicherheiten stecken.

Häufig berichten zum Beispiel Eltern von Vorschulkindern besorgt, wie es ihrem Kind neuerdings an Impulskontrolle mangelt. Die Eltern machen sich Sorgen, da das Kind ja nun bald Schulkind ist und was soll nur werden, wenn es sich in der Schule dann auch so aufführen wird?!

Woran diese Eltern häufig nicht denken, ist, dass gerade dieser bevorstehende, ominöse Schuleintritt ihr Kind so verunsichert und emotional instabil macht.

Die Kinder bekommen zu hören, dass sie jetzt groß sind, die Kindergartenzeit bald vorbei ist und sie endlich in die Schule kommen. Das Kind hat völlig diffuse Vorstellungen davon, was es dort erwartet. Jedenfalls spüren sie den Druck der unausgesprochenen Anforderungen von allen Seiten.

Häufig verschwinden die ständigen Wutanfälle  mit der Einschulung. Diffuse Ängste sind einem konkreten und vertrauten Bild von Schule gewichen. Die Kinder merken, dass es doch nicht so schwierig ist wie befürchtet, ein Schulkind zu sein.

Natürlich können auch ganz andere Situationen Ängste oder Unsicherheiten auslösen. Ein Kind kann sich im Urlaub unsicher fühlen, wenn die gewohnte Umgebung und die üblichen Routinen wegfallen. 

Wenn das Bedürfnis nach Sicherheit verletzt wird

Es kann die Tage vor der Zeugnisvergabe, der anstehenden Klassenfahrt oder der Kommunion ängstlich nervös und daher leicht reizbar sein. Immer dann, wenn es Sorge hat, einer Anforderung möglicherweise nicht gerecht werden zu können.

Möglicherweise löst auch ein heftiger Streit oder die Trennung der Eltern, Nachrichten über Krieg und Umweltkatastrophen oder ein gruseliger Film oder eine Geschichte solche Ängste beim Kind aus. Es trägt diese belastenden Gedanken dann mit sich herum und ist die ganze Zeit auf einem erhöhten Stresslevel. Dann reicht schon eine Kleinigkeit und das Kind schlägt alarmiert und wütend um sich.

Es lohnt sich also als Eltern das Kind genau zu beobachten und mit ihm im Gespräch zu bleiben.

Fazit

Was klar geworden sein dürfte: Wutanfälle bei Kindern haben immer einen guten Grund. Die Ursache für einen solchen Gefühlsausbruch ist in den allermeisten Fällen nicht der Anlass, den die Kinder nutzen, um den in ihnen angestauten Dampf abzulassen.

Wie ist es bei euch? Was sind die häufigsten wahren Ursachen für die Wutanfälle deines Kindes? Und was sind typische Anlässe? Ich freue mich, wenn du es mir in einen Kommentar verrätst!

Autorin Lena Franck

Ich bin Mama-Coach und selbst Mama dreier Kinder, die 9 Jahre, 7 Jahre und 2 Jahre alt sind. Ich unterstütze Mamas dabei, sich wieder zufriedener und ausgeglichener zu fühlen, um für ihre Kinder endlich die entspannte und fröhliche Mama sein zu können, die sie sich eigentlich für sie wünschen. Denn eine zufriedene Mama ist die beste Mama, die du sein kannst!

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